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Wickert muss um Job zittern
Für den Moderator kann es doch eng werden, der NDR-Verwaltungsrat prüft arbeitsrechtliche Konsequenzen des umstrittenen Vergleichs. Auf der nächsten Sitzung des Rates am 26. Oktober könnte die Affäre um Ulrich Wickert auf der Tagesordnung stehen, sagte der Vorsitzende des NDR-Rundfunkrates, Gernot Preuß, der „Bild“ vom Freitag. Er könne nicht verstehen, „warum Herr Wickert sich in dieser Art geäußert hat und in diesen Zeiten dadurch eine derartige Diskussion entfacht hat“.
„Wir haben an einem Moderator noch nie so harte Kritik geübt“, sagte auch NDR-Programmdirektor Jürgen Kellermann dem Blatt. Allerdings habe Wickert seinen Fehler eingesehen und sich dafür entschudigt. „Wickert darf so etwas aber nicht noch einmal machen“, drohte Kellermann.
CDU-Chefin Angela Merkel erklärte laut dem Blatt, Wickerts Entschuldigung reiche nicht aus. Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, sagte: „Ulrich Wickert ist offenbar völlig durchgeknallt. Er muss sich bei den Fernsehzuschauern unverzüglich und unmissverständlich entschuldigen.“
Wickert spricht von Missverständnis
Der Tagesthemen-Mann hatte sich am Mittwochabend öffentlich für die „missverständlichen und misslungenen“ Worte entschuldigt. Zugleich wies er Vorwürfe zurück, er habe US-Präsident George W. Bush mit dem islamischen Extremisten Osama bin Laden verglichen. „Ich vergleiche den Führer der freien Welt nicht mit dem Drahtzieher des internationalen Terrorismus“, betonte Wickert in den ARD-Tagesthemen.
Auslöser der Affäre war ein Beitrag Wickerts in der Zeitschrift „Max“, in dem er Bush und bin Laden verglichen hatte. Darin hieß es: „Bush ist kein Mörder und Terrorist. Aber die Denkstrukturen sind die gleichen.“
Wickert verwies darauf, dass der kritisierte Satz lediglich seine Interpretation einer Äußerung der indischen Schriftstellerin Arundhati Roy gewesen sei. Sie habe erklärt: „Osama Bin Laden ist das amerikanische Familiengeheimnis, der dunkle Doppelgänger des amerikanischen Präsidenten.“ Dieser Satz sei ungeheuerlich, doch da ihn die wichtigste Autorin Indiens geschrieben habe, habe er sich überlegt, was sie damit meinen könnte, sagte der Moderator.
(Quelle:stern)


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